(SPAICHINGEN/WEHINGEN/sg) Mit virtuoser Musik aus Frühbarock und Barock hat das MoAlBa-Consort übers Wochenende zwei Konzerte gegeben. Die musikalischen Damen begeisterten rund 100 Freunde der klassischen Musik in den evangelischen Kirchen in Spaichingen und Wehingen.
MoAlBa, das sind Monika Wunderlich (Block- und Traversflöten), Almut Christ (Spinett), Barbara Heyner (Viola da gamba), hatten mit der Sopranistin Kerstin Ohnmacht einen wahren Goldfisch an Land gezogen.
Mit insgesamt zehn Werken von acht verschiedenen Komponisten erweckte das hoch musikalische Quartett in diversen Formationen die Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts zu neuem Leben. Gleich dreimal durfte Georg Philipp Telemann punkten. Aus seinen Kantaten „Hemmet den Eifer“ und „Lauter Wonne, lauter Freude“ für Sopran, Altblockflöte und Basso continuo gab’s wunderschöne Beispiele, wie der zu seiner Zeit „moderne“ Meister in seinen Kantaten mit melodischen Einfällen spielt und deutsche, italienische und französische Stilelement munter verquickt. Monika Wunderlich ließ ihre Ganassi-Sopranblockflöte in strahlend-klarer Höhe erklingen.
Die junge Sopranistin Kerstin Ohnmacht – zum ersten Mal als „special guest“ beim Trio Wunderlich-Christ-Heyner dabei – setzte mit ihrem geschmeidigen Sopran leckere Sahnehäubchen auf die Instrumental-Musik des Ensembles. Auch John Dowlands „Lachrymae Pavan – Flow my tears“, garniert mit Diminutionen von Jan Jacob van Eyck, geriet zum echten Ohrenschmaus. Wunderlichs Ganassi-Altblockflöte wetteiferte mit Ohnmachts Sopranstimme und umspielte die Originalmelodie äußerst kunstfertig, während Christ und Heyner den Generalbass als Wohlfühlteppich darunter legten. Ähnlich meisterlich interpretierten die Vier Antonio Vivaldis Cantata „All’ombra di sospetto“, wo Singstimme und Flöte – diesmal die Traversflöte – in komplizierten Koloraturen miteinander konkurrierten. Im Dreierpack glänzte das MoAlBa-Consort mit der Sonate e-moll von Giuseppe Sammartini. Für die Traversflöte gab’s wieder einen effektvollen Auftritt.
Für die Zugabe hatten sich die vier Musikerinnen mit André Campra noch einmal einen französischen Komponisten ausgesucht und bekamen für „Gay“ aus „Domine, Deus noster“ erneut anhaltenden Beifall.
(Erschienen: 24.10.2010 12:25)

